Yoga ist nicht besser als Aerobic

…sagte ein bekannter und beliebter und teilweise auch unbeliebter Yogalehrer  in seinem Workshop, den ich letzten Sommer besucht habe.

Yoga ist wirklich nicht besser als Aerobic, Christentum ist nicht besser als Islam, eine Familie mit zwei Kindern ist nicht besser als eine Familie ohne Kinder, eine Ehe ist nicht besser als eine offene Beziehung usw usf.

Das sind alles verschiedene Wege und Methoden, die im Idealfall freiwillig und auf Grund einer Herzensentscheidung beschritten werden und nicht aus gesellschaftlichen Normen oder Erwartungen, die wir uns oft selber stellen und die uns nur unglücklich machen. Diese Möglichkeiten stehen uns zur Verfügung, um uns Selbst entweder körperlich, geistig oder körperlich-geistig besser zu verstehen und zu lieben. Was wirklich zählt, ist die persönliche Erfahrung und das Unterscheidungsvermögen:

Was will ich wirklich? Was passt mir wirklich? Welche Komponente der zahlreichen Wegen/Methoden stimmen mich am effektivsten auf die Frequenz der Liebe ein?

Der Seele ist es wirklich sch…egal, wie sie die universale Liebe erfährt – ob über diesen oder anderen Weg, solange es Liebe ist und von der höchsten Frequenz der Liebe stammt, und kein fester Glaube oder von Ego betriebene festgefahrene Theorie aus Tradition oder Angst verteidigt. Auch das ständige Sich-anpassen-wollen an die neuen, scheinbar so innovativen Trends in allen Bereichen des Lebens, ist genauso stumpfes und unbewusstes Handeln wie das blinde Pflegen der alten Traditionen. Wir sollten immer und Alles mit dem Herzen überprüfen.

Als ich meinen “Yogaweg” begonnen haben, schien Yoga für mich halt etwas was viel mehr “bringt”, als andere Disziplinen. Das ist ja gut so, dass so viele Menschen in der Yogapraxis und in der Yogaphilosophie ihren Anker finden. Das Gleiche kann man auch über die zahlreichen religiösen Richtungen sagen. Die Yogis nennen ihre Disziplin meistens eher “Lebensstil” oder “Philosophie” – was aber oft wirklich ausgeübt wird, ist das Folgen bestimmter Regeln und Glaubenssätze, die uns von irgendeinem geheimnisvollen Weisen vor tausenden Jahren überliefert worden sind. Dazu kommen noch evtl. Mitgliedschaften in Yogastudios, (nicht Fitness-Studios mit Yogaangebot, weil die nicht unbedingt so spirituell sind ;)), evtl. noch ein Zugehörigkeitsgefühl (Heerdenmentalität?) in der Yogaszene usw. Die Welt des Yoga ist faszinierend und fesselnd, weil viele dieser überlieferten Weisheiten, Lehren und Techniken uns – den Menschen des Zeitalters des großen Wandels in das bewusstere spirituellere und liebevollere Zeitalter – sich super anpassen lassen. Diese Techniken sind durchaus sehr effektiv, weil sie und auf tieferen Ebenen beeinflussen: Mit Yoga lassen sich Energieblokaden lösen, das Dritte Auge öffnen, außerdem setzen sich körperlicher Fitness, allgemeines Wohlbefinden und Ruhe ein, man fängt vielleicht mit Karmayoga (selbstloses Handeln) an u.v.m.

Wo ist denn das Problem? Für mich persönlich ist das immer ein Problem, wenn wir uns anfangen von der Aussenwelt zu trennen (auch wenn stets mit der Innenwelt beschäftigt), von anderen Disziplinen, von anderen Menschen, wenn wir eine gewisse Arroganz  gegenüber andere Wege entwickeln. Oft verlieren wir das Ziel – das Manifestieren der universalen Liebe – vor den Augen und beschäftigen uns überwiegend mit dem Erreichen irgendwelcher Pseudoziele. Dabei immer schön Om Shanti und Peace deklarierend.

Das Mittel wird zum Zweck. Das scheint ja auf der Welt schon mindestens seit Anfang des Kali Yuga (das kalte/blinde Zeitalter), an dessen Ende wir uns gerade befinden, immer schon so gewesen zu sein. Die Liebesfrequenz aufrecht zu halten ist nicht einfach, aus liebevollen Absichten entwickelt sich oft ein Ego-geladenes rein-mentales, leider so oft sogar ein “religiöses” Produkt.

In diesem Sinne ist es vielleicht am sinnvollsten (sinnvoll = liebevoll, weil der Sinn des Lebens ja Liebe ist, oder ..?) beim Bauch-Beine-Po oder Zumba zu schwitzen, die unterschiedlichsten Yogastile auszuprobieren, abends Tanzen zu gehen (wenn man´s gerne mag) – ein reines, offenes und dankbares Herz zu pflegen, was leider keine einzige Disziplin oder Philosophie für Dich alleine bringen kann. Das kannst Du nur selber! Aus der Vielzahl des Angebots in unserer Wohlstandsgesellschaft kannst Du für Dich sinnvolle und funktionierende Praktiken auspicken, ausüben, wieder stehen lassen, wenn etwas Dir nicht mehr dient…

All das was Du tust, als Energie zu Dir nimmst (in Form von Essen, Trinken, Luft, Medikamente, Kosmetika, Medienkonsum etc) kannst Du mit Deinem Herzen überprüfen – intuitiv fühlen oder sich fragen:

“Macht das aus mir einen besseren Menschen?”

“Bringt das mich und unseren Planeten in Richtung eine weisere reifere liebevollere Gesellschaft weiter?”

“Ist die Frequenz, die daraus resultiert wirklich Liebe oder eher was Anderes…?”

 

 

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