Ende des Kapitalismus

Des Öfteren mache ich mich unbeliebt wegen meiner kritischen Äußerungen über den s.g. ‘schizophrenen’ Charakter einer unserer Lebensgrundlagen – den Kapitalismus. Mir ist heute sehr danach, gerade in dieser besinnlichen Zeit des Jahres, darüber offen und direkt zu sprechen.

Meine Kindheit verging zur einen Hälfte unter einem kommunistischen und zur anderen Hälfte im Übergang  zum kapitalistischen Gesellschaftsmodell. Ich kenne sowohl das Elend und die Hoffnungslosigkeit des Sozialismus (damals die letzten Zuckungen des Kommunismus), als auch die Euphorie und Hoffnung, die danach kam. Ich bin unglaublich dankbar, in diese spannende Zeit und Ort hineingeboren zu sein.

Ich kann mich blitzschnell in das Gefühl zurückversetzen, plötzlich die ganze bunte und freie Welt des Westens vor den Füßen zu haben, wo alle Wege frei und alle Möglichkeiten offen waren. Damals war das eine große Befreiung und Rettung aus dem Gefängnis der Diktatur, wo man plötzlich als einzelner Mensch über die eigene Zukunft entscheiden durfte, sogar bestimmen durfte, wie man lebt und wie viel man hat. Diese Umbruchzeit trug eine ganz besondere Energie, die man schwer beschreiben kann. Wir haben alle unseren Weg bis heute gemacht, weil wir das plötzlich “dank des Kapitalismus” konnten. Ganz bewusst setze ich hier Anführungszeichen…

Aus diesem Grund können viele meiner Schicksalsgenossen und auch andere, die schon länger in dieser Ideologie aufgewachsen sind, mich nicht verstehen, wenn ich mich kritisch über den Kapitalismus äußere.

Um das vorne weg klar zu stellen: Nein, ich wünsche mir keines von den erlebten und nicht erlebten, aber schon da gewesenen Gesellschaftsmodellen zurück. Wenn ich mich gegen Kapitalismus ausspreche, bin ich noch lange nicht für Sozialismus, geschweige denn für Kommunismus o.ä. Außerdem geht das Leben auf der Erde immer weiter, nicht zurück. Niemand braucht Angst zu haben, dass die Geschichte sich wiederholen wird. Sie wiederholt sich (jedoch sehr unwahrscheinlich) nur dann, wenn man kollektiv weiterhin in den alten angst-gesteuerten Gedankenmustern fest steckt.

Wo liegt denn das Problem mit dem Kapitalismus? Wieso kann es so nicht weiter gehen? Richtig! Es kann so nicht mehr weiter gehen!

Der Kapitalismus hatte seinen Platz vielleicht –  auch wenn er eine geplant eingeführte Diktatur einer etwas netteren und menschenwürdigeren Art ist, wird diese Zeit bald um sein, wenn es gut geht. Er wird bald ersetzt mit einem Modell, das nicht mehr von Profite durch mehr Vertrieb abhängig sein wird.

Schauen wir uns kurz einfach mal an, wie wir momentan noch funktionieren:

Die Überproduktion ist die alltägliche Normalität / Kaufen, Konsumieren und Schenken ohne tieferen Sinn / Sachen konsumieren, die uns nicht mal gut tun! / Sachen “benötigen”, deren Idee uns unterbewusst oder aus dem gesellschaftlichen Druck eingepflanzt wird / in einer s.g. Konsumfalle fest stecken und die 40h-Arbeitswoche (betrifft mindestens ein Familienmitglied), um das Ganze aufrecht zu halten / Jobs besetzen, die keinen richtigen Mehrwert bieten, sondern nur da sind, weil die Welt so “kaputt” ist und weil man dadurch mehr Zahlungsmittel und Steuergelder generiert / sich nur aus virtuellen, nicht existierenden finanziellen Mitteln eine “Eigentums”-wohnung leisten können / als Weltgemeinschaft milliardenfach (an wen???) verschuldet sein / uns an den Feiertagen ohne Sinn und Verstand auf die Geschenkejagd begeben, weil wir uns dann als bessere Menschen fühlen, oder weil es sich so gehört… u.s.w.

Das Angebot bestimmt schon lange die Nachfrage und nicht andersrum. Der Markt wird gleichgesetzt mit dem Leben. Werbung und Marketing bestimmen (unterbewusst) unser Verhalten im Alltag, dazu kommen noch die Meinung der Mitmenschen und die Tradition.

Wieso sollte diese Art von Wirtschaftsmodell denn so schlimm sein eigentlich? Funktioniert doch prima! Zumindest für diejenigen, die das “Glück” haben ein Teil davon zu sein …Wir (fast) alle leben im Wohlstand, haben unbegrenzte Auswahl an Produkten und darüber hinaus. Um sich das Ganze leisten zu können, brauchen wir nur noch auf unserem Gebiet beruflich erfolgreich sein, damit der CashFlow bleibt. Wir müssen nur früh genug “erkennen”, was dieses Gebiet ist, unweigerlich dran bleiben, die corporate identity (sowohl auf EU-, staatlicher, sowie Unternehmensebene) pflegen und nie öffentlich die Meinung sagen, egal was wir wirklich davon halten. Die Rechnungen müssen ja bezahlt werden… Also tun wir das und meinen, das wäre Demokratie.

In meinem ersten Satz habe ich bewusst das Wort SCHIZOPHREN benutzt… Heutzutage stehen Werbe-Plakate für H&M und “Brot für die Welt” nebeneinander. Der Einzelhandel setzt schon lange nicht mehr auf Qualität, sondern gewünscht ist unser möglichst quantitatives Kaufverhalten. Sonst können sie ihr Geschäft nicht mehr aufrecht halten. Das gilt für jeden Bereich der Industrie sowie für Dienstleistungen. Über 90% der Restaurants setzen auf Geschmack und Ambiente (also auf Äußeres), anstatt auf Bio, fair, pflanzlich u.a. Werte (weil diese zu teuer sind, um im Plus zu bleiben), die uns als Menschheit weiter bringen würden, die Klimawandel, sowie Welthunger stoppen würden, die enormen Kosten auf Pharmazeutika reduzieren würden u.v.m.

In meinen Augen sind die nachhaltigen Hersteller und Dienstleister echte Helden. Auch sie sind abhängig von den Kaufzahlen ihrer Produkte/Dienstlesitungen, jedoch setzen sie dabei auf nachhaltigere Werte und verzichten dadurch auf eine Menge Profite. Mein Herz geht immer auf, wenn ich sehe, wie immer mehr Leute, und oft gerade die Nicht-so-gut-verdienenden bei diesen Helden ihr Geld lassen und woanders sparen.

Alternative für Kapitalismus:

Leider brauchen wir dafür ein neues Verständnis davon, wie die Welt, wie wir selber und unser Universum funktionieren. Im Prinzip sind wir alle kleine Mikrokosmen im Makrokosmos – die beiden können auf dem Prinzip des ewigen Nehmens nicht aufrecht gehalten werden. Kapitalismus geht seit Beginn mit dem (Sozial)Darwinismus einher. Survival of the fittest ist die Religion die heute alles durchdringt, wobei es total überholt ist. Ich finde es interessant zu beobachten, wie viele Zeitgenossen sich als Atheisten bezeichnen, jedoch eigentlich “strenge Darwinisten” sind.  Darwinismus ist eine Religion, wie jede andere. Eine Theorie, die für eine konkrete Zeit und zum Plan am besten zugeschnitten ist. In dem Sinne sieht es heute nicht viel besser aus als im Mittelalter. Aber, wir befinden uns zum Glück auf der Schwelle (Renaissance) zu einer spirituellen holistischen neuen Welt 🙂

Lange Rede, kurzer Sinn:

Ich bin sehr gespannt auf die Zukunft der Menschheit und möchte ein Teil der großen Änderung sein! Vor allem – ich möchte täglich mit meinen

Worten rede darüber, woran Du glaubst und was Dir wichtig ist! 

Taten – Konsumverhalten, Initiative, Hand anlegen

Gedanken – Meditation, liebevolle und positive Schwingung

dazu beitragen, dass wir möglichst bald diese neue Welt erschaffen können. Vielleicht wird es diesmal gar kein -ismus mehr, woran wir gemeinsam basteln, sondern einfach ein neues Bewusstsein auf allen Ebenen. Eventuell braucht es noch ein paar Generationen, aber unsere Kinder sind es auf jeden Fall Wert!

In der klassischen Yoga-Philosophie nennt man das jetzige Zeitalter Kali Yuga (das  s.g. kalte/dunkle Zeitalter). Allerdings, nach dem Mystiker und Yogi Shri Yukteshvar, befinden wir uns seit ca 500 Jahren schon in einem spürbaren Übergang in das nächste Zeitalter – Dwapara Yuga. Also es geht deutlich aufwärts richtung Satya Yuga (das goledene Zeitalter der Wahrheit).

 

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